DAO (Decentralized Autonomous Organization) ist eine Struktur auf der Blockchain, die von Token-Inhabern per Abstimmung verwaltet wird. Obwohl es im türkischen Recht nicht direkt geregelt ist, wird es mit bestehenden Institutionen ausgelegt.
Rechtliche Charakterisierung
- Es gilt nicht als Handelsunternehmen im Sinne des türkischen Handelsgesetzbuchs (es ist nicht gegründet).
- Gilt nicht als Verein/Stiftung (keine Erklärung zur Rechtspersönlichkeit).
- Nächste Interpretation: „einfache Partnerschaft“ (TBK Art. 620).
- In einer einfachen Partnerschaft haften die Mitglieder gesamthaft
Gewöhnliche Partnerschaftsergebnisse
- Die Hauptverantwortung für alle Schulden liegt bei den Mitgliedern.
- Der rechtliche Schutz der Anonymität ist schwach – die Haftung erlischt, sobald die Identifizierung erfolgt ist
- Die Einkommenssteuer wird auf das Einkommen jedes Mitglieds erhoben.
- Alle Mitglieder können bei einer Transaktion verklagt werden, die eine Schuld verursacht.
Übersee-DAO-Modelle
- Wyoming DAO LLC (USA): Erkennt seit 2021 Rechtspersönlichkeit an.
- Maltesisches DAO-Recht:Rechtlicher Rahmen für bestimmte Strukturen.
- Schweizer Stiftungsmodell: Viele DAOs sind nach Schweizer Stiftungen strukturiert.
- Es gibt keine entsprechende Struktur im türkischen Recht; Wenn international etablierte DAOs Schulden in der Türkei verursachen, kommt türkisches Recht zur Anwendung.
Problem der „anonymen Mitgliedschaft“
- DAO-Mitglieder sind im Allgemeinen anhand ihrer Wallet-Adressen bekannt.
- Die Mitglieds-ID kann in DAOs ermittelt werden, die KYC durchführen.
- Während des Entscheidungsprozesses gibt der Börsen-/Wallet-Anbieter KYC-Daten weiter.
- Vollständige Anonymität bietet keinen Rechtsschutz.
Typische DAO-Streitigkeiten
- Treasury-Management – keine autorisierte Person.
- Hack/Geldverlust – wer ist dafür verantwortlich?
- Austrittsrecht (Token-Verkauf oder Austrittsabstimmung).
- Konflikte in der Mitgliederstruktur (Governance-Angriff).
- Beschwerden von Verbrauchern/Projektteilnehmern.
Steueraspekt
- Einnahmen unterliegen der Einkommensteuer.
- Für Krypto-Einnahmen sind besondere Regelungen zu erwarten.
- Der „Investmentfonds“-Charakter des DAO ist aus steuerlicher Sicht umstritten.
Oberster Gerichtshof – Erwarteter Ansatz
Die Kammern des Obersten Gerichtshofs werden DAOs in erster Linie im Rahmen einer gewöhnlichen Partnerschaft bewerten; wird die gesamtschuldnerische Haftung der Mitglieder durchsetzen; Dadurch können Personen, deren Identität identifiziert werden kann, für Schulden haftbar gemacht werden. Die Zusammenarbeit der Justiz ist bei der Weitergabe von KYC-Daten von wesentlicher Bedeutung.
Praktische Ratschläge – DAO-Mitglieder
Praktische Ratschläge – Opfer
DAO-Streitigkeiten sind von grenzüberschreitender Komplexität. Anwalt für Web3 und internationales Recht empfohlen.